MARILLENSORTEN

 

AURORA®

reift 2 Wochen vor Orangered - Mitte bis Ende Juni. Die Früchte sind mittelgroß, sehr schön orange gefärbt mit kräftig roter Wange und sehr gut im Geschmack; säuerlich; Der Baum wächst kräftig, verzweigt gerne mit flachem Astabgang und setzt bereits am einjährigen Holz Blütenknospen an. Dies bewirkt sehr frühe und hohe Erträge. Aurora blüht früh und ist selbststeril.  Als Befruchter eignen sich Goldrich®, Pinkcot®, Sylvercot® und Hargrand.

 

SYLVERCOT® VERSYL   und  PINKCOT® COTPY           

sind zwei verschiedene Klone einer Sorte, mit denselben inneren und äußeren Fruchtqualitäten. Leider waren von Pinkcot® in der Vergangenheit verschiedene Typen im Umlauf.        
Die Frucht ist sehr groß, leuchtend orange-rot gefärbt mit einer sehr guten Fruchtfleischfestigkeit und Transportfähigkeit. Durch den geringen Säuregehalt schmecken die Früchte auch im festen Zustand schon sehr gut, was eine frühe Ernte erlaubt.
Der Baum wächst mittelstark, breit, spindelfreudig und blüht sehr reich sowohl am ein- als auch am mehrjährigen Holz.
Pinkcot® und Sylvercot® sind nicht selbstfruchtbar. Gute Befruchter sind Goldrich, Aurora®, Spring Blush®, Big Red®, Sweetred®, Sylred®…

 

ORANGERED® BHART 

Diese große Marille reift Anfang bis Mitte Juli, ist sehr schön  leuchtend orangerot gefärbt, glattschalig, saftig und geschmacklich sehr gut. Der Baum wächst sehr stark, ist widerstandsfähig und bringt gute, etwas verzögerte Erträge. Die Blüte ist selbststeril. Gute Befruchter in unserem Sortiment sind Harogem, Harlayne, Fantasme, Bergeron, Hargrand, Bergarouge® und Goldrich.

  

GOLDRICH® sungiant   

reift mit Rouge de Fournes und wird diese auf Grund ihrer hervorragenden Größe und ihres guten Geschmack für den Frischmarkt ersetzen. Goldrich weist einen sehr gesunden Wuchs auf und bringt frühe, hohe und regelmäßige Erträge mit großen, kräftig orange gefärbten, saftigen und festen Früchten; daher ist Goldrich sehr manipulations- und transportfähig. Ihre zahlreichen Blüten auch am einjährigen Holz machen Goldrich sehr  ertragssicher. Goldrich ist teilweise selbstfruchtbar, Befruchtersorten wie Aurora, Rouge de Fournes, Hargrand und Pinkcot® sichern den Ertrag auch bei schlechtem Blühwetter.

 

KIOTO®      

war 2002 mit Lejuna die blütenfrostfesteste Sorte von 150 Sorten in unseren Versuchen. Lejuna scheidet leider auf Grund ihrer extremen Platzempfindlichkeit für eine Vermehrung aus, ist aber für weitere Züchtungszwecke sehr interessant.

Kioto® ist sehr reich und mittelspät bis spät blühend, selbstfruchtbar und bringt dadurch sehr frühe und sehr hohe, regelmäßige Erträge. In Jahren ohne Blütenfrost muss  früh und sehr kräftig ausgedünnt werden, sonst leiden die Fruchtgröße und Baumgesundheit.  Die Frucht ist mittelgroß, festfleischig, leuchtend orange und sonnseits ein Drittel rot gefärbt mit gutem Geschmack. Die Reifezeit liegt kurz vor oder mit Hargrand und Ungarischer Beste.

 

HARGRAND 

Die Pflückreife beginnt kurz nach Rouge de Fournes. Die Frucht ist sehr groß mit feinem Geschmack, orange gefärbt mit auffallend kleinem, gut lösendem Stein und wenig Fäulnisempfindlichkeit. Der Baum wächst mittel bis stark, ist gut im Ertrag und teilweise selbstfruchtbar (Fantasme, Orangered u.a. Sorten fördern die Etragssicherheit).   Zu hohe Erträge führen zu Baumausfällen!

 

HAROGEM 

reift mit Harlayne und beginnt sich schon sehr früh leuchtend rubinrot bis kräftig orange zu färben. Die Frucht ist ein wenig größer als Harlayne, ebenfalls fest und sehr gut im Geschmack; wenig fäulnisanfällig und gut transportfest. Der Baum wächst sehr gesund und kräftig.  Selbstfruchtbarkeit und gute Winter- und Blütenfrostfestigkeit bedingt  hohe und regelmäßige Erträge.  Eine Ertragsregulierung durch ausdünnen ist bei Harrogem aber unbedingt notwendig.

 

UNGARISCHE BESTE 

Sie zeichnet sich auf Grund ihrer geschmacklichen Qualität für den guten Ruf der ´Wachauer Marille´ verantwortlich und ist eine weit verbreitete Sorte in Europa, obwohl ihre Winter- und Blütenfrostempfindlichkeit, ihr ungleichhälftiges Reifen und die damit verbundene schlechte Transportfähigkeit für den Großhandel nicht ideal sind. Für diesen wird sie durch neue frostfeste, leistungs- und manipulationsfähigere Sorten ersetzt; in guten Lagen, für das Brennen und die Verwertung bzw. für den Liebhaberanbau wird die Ung. Beste und ihre Typen wie Klosterneuburger und Kremser Marille noch lange ihre Berechtigung finden. Auch neue, fruchtbare und spätblühende Klone in unseren Versuchen geben uns die Hoffnung, sie in Zukunft wieder verstärkt auspflanzen zu können.

 

BERGAROUGE®+ AVIRINE         

Bergarouge® ist eine gelungene Kreuzung aus Orangered x Bergeron, in Montfavet – INRA in Frankreich gezüchtet.

Orangered und Bergeron sind Sorten, die vor allem in späten Anbaugebieten ihre Stärke zeigen und sowohl von der inneren als auch der äußeren Fruchtqualität sehr breit empfohlene Sorten im österreichischen Marillenanbau sind.

Bergarouge® bringt große, leuchtend orange gefärbte Früchte mit intensiv rot gefärbter Backe – sehr attraktiv und geschmacklich sehr gut. Die Reifezeit liegt mit Hargrand und Ung. Beste.

Der Baum wächst kräftig und  bildet viele Blütenknospen auch am einjährigen Langtrieb, welche aber nur teilweise selbstfruchtbar sind.
 

BERGERON 

Sie reift Mitte August, ist groß mit rundlicher Form, orange gefärbt und sonnseits gerötet. Wenn reif, ist das Fruchtfleisch sehr saftig, fest und aromatisch gewürzt; manchmal etwas ungleichhälftig reifend; der Baum ist robust, mittel- bis starkwachsend und sehr fruchtbar; die späte, selbstfruchtbare Blüte bringt hohe und regelmäßige Erträge; durch ihre späte Reife, ihre sehr breite Verwendbarkeit und ihre gute Manipulations- und Transportfähigkeit ist Bergeron eine unserer wichtigsten Marillensorte für den Großhandel.

  

TARDICOT® 

ist wie Tardif de Tain® eine Mutation aus Bergeron und dieser sehr ähnlich. Tardicot® wächst etwas aufrechter und strenger als Bergeron. Die Frucht ist etwas ovaler, färbt ein bisschen früher schön orangerot aus als Bergeron bei einer besseren Fruchtfleischfestigkeit und Lagerfähigkeit. Dies ermöglicht eine interessante Verlängerung der Marillensaison, vor allem in Kombination mit sehr späten Lagen.

Bei Genussreife hat Tardicot® eine Fruchtqualität wie Ung. Beste oder Bergeron. Die Ertragshöhe liegt im langjährigen Durchschnitt geringfügig unter Bergeron,  bei den starken Frösten zu Ende der Blüte 2002 erwies sich Tardicot® in vielen Anlagen als einer der frostfestesten Sorten überhaupt

  

MARILLENNEUHEITEN

 

SPRING BLUSH®+ EA 3126 TH

reift mit Aurora, hat aber eine deutlich bessere Fruchtfleischfestigkeit als diese. Dadurch ist sie länger lagerbar und soll die Lücke in der Reifezeit zwischen Aurora und Sylvercot® schließen. Ihre gute Transportfestigkeit macht sie auch für eine Produktion für den Großhandel interessant. Spring Blush® ist mittelgroß und im Geschmack und Aussehen mit Pinkcot® und Sylvercot® vergleichbar.

Der Baum blüht sehr reich, früh - mittelfrüh und benötigt als Befruchter Pinkcot®, Aurora, Sylvercot®, Goldrich,…
 

SYLRED®

reift zwischen Aurora® bzw. Spring Blush® und Sylvercot® bzw. Pinkcot® und füllt sehr gut das Erntefenster, welches zwischen diesen Sorten bestand. Sylred® ist sehr großfrüchtig, leuchtend orange-rot gefärbt, festfleischig und gut transportfest. Der Baum wächst kräftig und verzweigt sehr willig. Sylred® blüht mittelspät (nach Goldrich, aber vor Kioto®), ist nicht selbstfruchtbar; gute Befruchter sind Spring Blush®, Pinkcot®, Big Red®, Goldrich, Hargrand,…
 

SWEETRED®+ RED SYLVER 

ist eine besonders attraktiv und mehr  rot gefärbte Mutation von Sylred® und reift wie diese zwischen Aurora® und Pinkcot®.

Der Geschmack ist sehr gut, mit etwas weniger Säure und höherem Zuckergehalt als Sylred®.
Die Wuchs- und Ertragseigenschaften sind dieselben wie von Sylred®. Sweetred® blüht ebenfalls mittelspät und benötigt die gleichen Befruchter wie Sylred®.
 

BIG RED®+ EA 4006 

reift zwischen Pinkcot® und Goldrich, ist leuchtend rot-orange gefärbt und mittelgroß – großfrüchtig. Von der Fruchtqualität ist sie wie Pinkcot®, etwas kleiner, aber noch roter gefärbt (70-80%).

Die Blüte ist früh – mittelfrüh, selbststeril, Befruchter sind Spring Blush®, Pinkcot®, Sylvercot®, Goldrich, Aurora…; sehr reichblühend;

 

BERGEVAL®+ AVICLO            

ist, wie Bergarouge®, eine Kreuzung aus Orangered x Bergeron von C.E.P. INNOVATION aus Frankreich. Sie vereint viele Vorteile beider Eltern in sich, von Orangered die leuchtend orangerote Optik, von Bergeron den Geschmack und die selbstfruchtbare späte Blüte.

Die Reifezeit liegt kurz vor bzw. mit Goldrich. Durch die gute Fruchtfleischfestigkeit und frühe Ausfärbung ist sie sehr gut lager- und transportfähig. Das gute Aroma und der hohe Zucker- und Säuregehalt machen sie auch für alle Verarbeitungsstufen interessant.

Die Frucht ist größer als Orangered, bei deutlich besserer Produktivität.

 

KURESIA®         

ist eine am Institut für Pflanzenzüchtung und Pflanzenschutz-Virologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (E. Fuchs, M. Grüntzig) gezüchtete scharkaimmune Marille.

Kuresia® reift mittelspät und bringt mittelgroße, sehr attraktive orange-rote Früchte mit gutem Geschmack und guter Transport- und Lagerfähigkeit. Der Baum wächst mittelstark, bringt reichlich Blüten auch am einjährigen Langtrieb und ist selbstfruchtbar.

 

VERTIGE®+ A3845          

reift mit Bergeron bzw. kurz danach, sie beginnt vor Bergeron sehr schön zu färben, auch die Rückseite ist kräftig orange gefärbt, sonnseits gerötet wie Bergeron, wird aber nach dieser weich.    
Vertige® hat eine bessere Fruchtfleischfestigkeit und einen höheren Zuckergehalt. Vor allem für eine Produktion für den Frischmarkt stellt sie eine deutliche Verbesserung zu Bergeron dar, ist aber wie diese für alle Verarbeitungsstufen sehr gut  geeignet.
Der Baum wächst etwas kräftiger, nicht so dünntriebig und bringt dadurch auch frühere und höhere Erträge. Die Blüte ist spät und selbstfruchtbar.

Frisson®+ A2821             

reift 8-10 Tage nach Bergeron, mit selber Fruchtgröße, gleichem Aussehen, etwas höherem Zuckergehalt und dem typischen Marillenaroma von Bergeron.        
Der Baum wächst etwas kräftiger, die Blüte ist selbstfruchtbar und spät. Mit Frisson® lässt sich die Erntezeit mit einer klassischen Marille verlängern.