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ALTERNATIVE OBSTARTEN
SANDDORN
Sanddorn ist ein weltweit verbreitetes Wildobst, welches sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit beim Konsumenten erfreut. Besonders der hohe Gehalt an Vitamin C und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen sind wichtige Argumente für diese anspruchslose Obstart. Wie der Name schon sagt, kommt sie mit leichten Böden recht gut zurecht, ist hitzeverträglich, frosthart und windfest. Im Erwerbsanbau sind humusreiche Böden empfehlenswert. Da viele Sanddornsorten sehr bedornt sind und die Ernte sich oftmals schwierig darstellt, haben wir besonders gering bedornte, großfrüchtige und leichter beerntbare Sorten ausgewählt. Für einen Fruchtertrag ist das Pflanzen von weiblichen und männlichen Sorten notwendig. Eine männliche Pflanze befruchtet bis zu 10 weibliche. Die kleinen, unauffälligen Blüten locken keine Insekten an, sondern werden in erster Linie vom Wind bestäubt. Daher sollte der Befruchter nicht zu weit entfernt stehen.
ORANGE ENERGY®
HABEGO (S)
SIROLA(S)
Männliche Befruchtersorte für Orange Energy® und Sirola(S); Wuchs breit aufrecht, mittelhoch, schwach bedornt; Blätter dunkelgrün silbrig beschülfert; in Ertragsanlagen empfiehlt sich die Zuordnung von ´Pollmix 1´ und ´Pollmix 3´; von H.-J. ALBRECHT, Berlin, 1986 in den Handel gebracht.
Mehr Infos:
Artikel Obstbau Juni 2007
NEU NEU NEU NEU NEU NEU NEU NEU NEU NEU Nur wenige Obstarten polarisieren derzeit so wie Goji. Einerseits wird sie als die Wunderbeere aus dem Himalaya, die Anti-Aging-Sensation in Hollywood, auf die kein Star verzichten kann, gehandelt. Andererseits ist Goji bei uns schon lange als Teufelszwirn oder Bocksdorn bekannt und wächst im Weinviertel in fast jeder Kellergasse und jedem Hohlweg. Vor einem Verzehr in größeren Mengen, vor allem der Blätter und Blüten, wurde sogar schon immer gewarnt. Natürlich handelt es sich bei den neuen Goji-Sorten um chinesische oder tibetische Selektionen, welche hinsichtlich Inhaltsstoffen und anderer obstbaulicher Eigenschaften gezüchtet werden. Aufgrund der regen Nachfrage und des Interesses einiger Obstbauern, diese Obstart auch bei uns zu kultivieren, haben wir einige der besten Sorten in unser Sortiment aufgenommen:
No.1 LIFEBERRY®
BIG LIFEBERRY®
SWEET LIFEBERRY®
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SCHISANDRA
Schisandra chinensis gehört seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Pflanzen der traditionellen chinesischen Medizin. Trotz der nachweislich umfangreichen Heilwirkungen ist die Pflanze in Europa eher eine Rarität, genießt aber eine Vielzahl von Namen: Chinesisches Spaltkörbchen, Chinesischer Limonenbaum, Chinabeere oder Wu Wei Zi, was übersetzt „Kraut der fünf Geschmäcker“ heißt. Aber auch Bezeichnungen wie „Frucht der fünf Elemente“, „Fünf-Geschmacks-Frucht“, „Fünf-Aroma-Frucht“, „Beerentraube“ oder „Chinesische Vitalbeere“ findet man für „Schisandra chinensis“. Shisandra-Früchte schmecken scharf, salzig, bitter, süß und sauer. Wobei die Beere selbst den salzigen, die Schale den süß – saueren und die Kerne der Frucht den bitteren und zugleich scharfen Geschmack haben. Die Kletterpflanze mit ihren eiförmig zugespitzen Blättern kann mit einer Rankhilfe über 4 m hoch wachsen. Sie ist winterhart und gilt als sehr robust und pflegeleicht. Im späten Frühjahr entstehen an der Basis junger Triebe wunderschöne, duftende weiß-blaßrosa-cremig gefärbte Blüten. Ursprünglich ist Schisandra zweihäusig, d.h. dass es männliche und weibliche Pflanzen gibt. Mittlerweile gibt es selbstfruchtende Selektionen. Werden zwei Chinabeeren gepflanzt, fördert dies die Fruchtbildung. Die gewöhnungsbedürftig aber interessant und aromatisch schmeckenden Früchte werden am besten erst nach dem ersten Frost im Oktober geerntet, meist gedörrt oder zu Saft oder Marmelade verarbeitet. Aus getrockneten Früchten wie auch aus Blättern und Trieben können Tees bereitet werden. Die Pflanzen lieben einen feuchten Standort, der auch durchaus halbschattig sein kann, leiden aber unter Trockenheit und Hitze. Wie Reben sind sie sehr gestaltungswillig, ein paar Drähte zum Emporwinden reichen, aber auch zur Begrünung von Zäunen, Pergolen, Rankgittern oder Spalieren ist Schisandra sehr gut geeignet.
GRANATAPFEL
Der Granatapfel gedeiht in unserem Klima am besten als Kübelpflanze an einem sonnigen Standort, auf Balkon und Terrasse, oder verleiht so manchem Winzerhof inmitten von Oleander, Margerite oder Agave eine exklusive mediterrane Note. Er ist eine symbolträchtige, mythologische Pflanze und man kennt ihn in allen Kulturen der Alten Welt. Er gilt als Symbol der Fruchtbarkeit und der Liebe, die Synergie von antioxidativen, antientzündlichen und antiöstrogenen Inhaltsstoffen soll auch nach neuesten Erkenntnissen nachweislich die Entwicklung von Prostata- und Brustkrebs bremsen. Für die Ausreife von Früchten benötigt der Granatapfel eine lange Vegetationszeit (5 bis 7 Monate). Bewährt hat sich für „Göttin Juno“ Ende April einen besonders sonnigen, windgeschützten Platz im Freien auszuwählen, an dessen Zweigenden bald große, glockenförmige, geknitterte (erinnern an Krepppapier) Blüten entstehen, welche feuerrot und weißumsäumt leuchten. Seine Blätter sind relativ klein, grün und von länglich-elliptischer Form. Der Neuaustrieb ist rötlich-orange gefärbt. Zur besseren Ausreife der Früchte sollte man in unserem Klima die Pflanzen ab Ende September in einen Wintergarten stellen, um im November / Dezember die reifen Früchte zu ernten. Granatäpfel sind nicht klimakterisch, das heißt die Früchte reifen nach der Ernte nicht nach. Sie sind aber sehr lange lagerfähig. Ab Jänner sollten die Töpfe bei ca. 0 bis 4°C überwintert werden, auch leichte Fröste (bis max. -10°C) sind kein Problem. Bei Plusgraden nicht zu feucht, bei Minustemperaturen sehr wohl, damit keine Wurzeln erfrieren. Ob hell oder dunkel ist egal, da während der Winterruhe die Blätter abgeworfen werden. Die apfelähnliche Frucht hat einen Durchmesser von bis zu zehn Zentimeter, ist anfangs grün und bis zur Reife orange bis kräftig rot gefärbt. Im Inneren von vielen Wänden durchzogen, entstehen Kammern in denen 300 - 400 Kerne liegen, welche von einer roten Samenschale umgeben sind, die man essen kann. Das Fleisch selber ist nicht genießbar. Ungeübt kann das Essen von Granatäpfeln zu einem Abenteuer oder zu einer regelrechten Saftschlacht werden. Mit etwas Vorsicht gelingt es aber auch ganz ohne zu patzen:
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Kaki – auch Persimone, Honigapfel oder Sharonfrucht – genannt, stammt ursprünglich aus China. Die süße, orangefarbene, äußerlich einer großen Tomate ähnelnde Frucht wird in den letzten Jahren im Spätherbst in fast allen österreichischen Supermärkten aus italienischer Produktion angeboten. Kakis sind Ebenholzgewächse (Ebenaceae), der wissenschaftliche Name `Diospyrus kaki´ bedeutet „Frucht des Zeus“. Kakibäume sind grundsätzlich sehr genügsam und anpassungsfähig an verschiedene Bodentypen, in unserem Klima sind aber die begrenzte Winterhärte des Holzes sowie die lange Vegetationsperiode, die Kakis zum Ausreifen benötigen, der limitierende Faktor im Anbau. Im Winter erträgt das Holz bis -15° C, verschiedene Faktoren wie Baumalter, Ernährungszustand und Unterlage beeinflussen die Winterhärte wesentlich. Junge und mit Stickstoff gepuschte Bäume sind besonders gefährdet. Optimale Belichtung und hohe Temperaturen fördern die Produktivität der Bäume und die Fruchtqualität besonders. Schädlinge und Krankheiten existieren zwar, haben aber im Hobbyanbau nur geringe Bedeutung. Die `Frucht der Götter` reift erst, wenn die Blätter des Baumes zum größten Teil abgefallen sind (Oktober – November). Den pelzigen Geschmack, hervorgerufen durch die Tannine, verliert die Frucht zum einen während des Reifeprozesses, zum anderen bei Frost. Eine gemeinsame Lagerung mit Äpfeln beschleunigt den Reifeprozess und den Tanninabbau der Kakifrüchte deutlich (Ethylenausscheidung reifender Äpfel). Auch die Sorten sind entscheidend für die Ernte- und Lagerbedingungen. Nicht adstringierende Sorten (NA) können bei günstigen Klimabedingungen direkt ab Baum, im harten Zustand konsumiert und einige Zeit kühl gelagert werden. Adstringierende Sorten (A-Sorten) sollten entweder überreif und matschig geerntet oder zusammen mit Äpfeln gelagert werden. Ist die Genussreife erreicht, sind die Früchte nur mehr gering lagerfähig. Überreif, wenn der sonst vorhandene leicht bittere und pelzige Geschmack verschwunden ist, haben Kakis ein sehr interessantes und vielschichtiges Aroma, sind sehr gesund, vielseitig verwertbar und auch frisch genossen eine willkommene Abwechslung im winterlichen Obstsortiment. Kakifrüchte werden aufgrund ihrer Sorteneigenschaften in zwei große Gruppen eingeteilt – nicht adstringierend (NA) und adstringierend (A), welche wiederum bezogen auf ihre Reaktion betreffend die Bestäubung in je zwei Untergruppen unterteilt werden: PCA-Sorten (Pollination Constant Astringent): Die Früchte sind unabhängig von der Bestäubung bei der Ernte immer adstringierend und haben ein helloranges Fruchtfleisch. PVA-Sorten (Pollination Variant Astringent): Die Früchte sind bei der Ernte immer adstringierend, weisen aber bei einer Fremdbestäubung eine dunklere Verfärbung rund um die Kerne auf. PCNA-Sorten (Pollination Constant Non Astringent): Bei geeigneten Klimabedingungen verlieren die Früchte ihre Adstringenz bis zur Ernte unabhängig von einer Fremdbestäubung.
PVNA-Sorten (Pollination Variant Non
Adstringent): Ohne Fremdbestäubung sind die parthenokarp gebildeten Früchte
bei der Ernte weich und adstringierend.
Tipo (PVNA)
ist vor allem wegen des hohen Ertrages und der schmackhaften, sehr großen (bis 260 g) und zarten Früchte eine Hauptsorte in Italien und gilt als `DIE KAKI´. Die Früchte sind eher flach, sehr süß und von bestem Geschmack. Der Baum bildet dichte, kompakte Kronen und beginnt sehr früh zu tragen. Tipo ist selbstfruchtbar und wird in Italien meist ohne Befruchter gepflanzt, da er mit zu reichtragend ist, die Fruchtgröße leidet und die Früchte mehr Kerne ausbilden. Unter österreichischen Klimabedingungen kann eine Fremdbefruchtung empfohlen werden, da er bei uns erst ab Ende Oktober reift und die Früchte von Beginn an weniger Tannin bilden.
Vainiglia (PVNA) gibt das besonders süße, saftige - nach einem Hauch von Bourbon-Vanille duftende - Fruchtfleisch den Namen. Vainiglia ist die früheste und bei uns schon ab Mitte Oktober reifende Kaki. Mittelgroße, hochgebaute, süße Früchte (140 g) und regelmäßiger Ertrag machen sie auch in unseren Breiten für Liebhaber interessant. Der Baum wächst kräftig. Tipo und Cioccolatino sind sehr gute Befruchter für Vainiglia.
Cioccolatino (PVNA) hat seinen Namen von den dunkel gefärbten Adern, welche das Fruchtfleisch der Früchte durchziehen und auch von außen eine dunklere Farbe geben. Die Früchte sind eher klein (d 90 g), rund, schon vor der Vollreife genussfähig, besonders süß und sehr knackig. Cioccolatino reift zwischen Vainiglia und Tipo und ist vor allem für den Hausgarten und als robuster Befruchter für Tipo und Vainiglia interessant.
Rosseyanka (D.Kaki x Diospyros
Virginiana)
Diese Sorte kombiniert die Winterhärte von D.
Virginiana und die Größe der Früchte von Diospyros Kaki. Die Früchte sind
jedoch kleiner und gerbstoffhaltiger als bei den kommerziell angebauten
Sorten. Nikitas Gift (Rosseyanka x Diospyros Kaki) Die aus der Ukraine stammende Hybridsorte soll von Diospyros virginiana angeblich die Winterhärte und von Diospyros kaki die Fruchtgröße geerbt haben. Trotzdem sind bei uns im Winter 2010 bei -22° sämtliche 2-jährigen Bäume erfroren, welchen ältere Bäume von anderen Sorten überlebt haben.
20th Century (PCNA) ist eine gering herbe Persimone mit mittelgroßen (130 g), orangeroten Früchten, köstlich im Geschmack. Im Herbst bevor die Blätter fallen verfärbt sich der Baum besonders schön.
ist als Hauptsorte in Japan, Florida und China wärmebedürftiger als Tipo oder Vainiglia, aber geschützt besonders hoch im Ertrag, sehr groß (d 220 g), flach gebaut, eine der besten im Geschmack (obwohl nicht ganz so süß wie Tipo) und nie adstringierend, samenlos. Der Baum ist frühtragend, selbstfruchtbar (Fremdbefruchtung fördert die Ertragssicherheit) und sollte in jungen Jahren unbedingt vor Frost geschützt werden.
Neben dem guten Geschmack macht der besonders hohe Ertrag Rojo Brilliante zu einer Hauptsorte in Spanien. Die Früchte sind groß (d 180 g), hochgebaut, festfleischig und daher gut lagerfähig, nicht so süß wie Tipo aber auch sehr aromatisch. Der Baum beginnt sehr früh zu tragen und ist selbstfruchtbar. Die Sorten der Persimone sind nicht adstringierend und werden wie ein Apfel gegessen. Rojo Brilliante reift 2 bis 3 Wochen später als Tipo und ist sehr wärmebedürftig. Selbst in Italien erreicht man nicht die Qualität wie in Südspanien.
In der Schnapserzeugung und verarbeitenden Obstproduktion - vom Kenner schon immer geschätzt - vom Liebhaber neu entdeckt!
EDELEBERESCHEN - DIE VOGELBEEREN
Die Früchte enthalten bedeutende Mengen des Zuckeralkohols Sorbit, welcher neben dem Zuckergehalt (10-12%) mit zu dem typischen Geschmack der herb-aromatischen Beeren beiträgt und für Diabetiker eine positive Rolle spielt. Weiters wird die Frucht durch den hohen Vitamin C- und Pektingehalt von der Verwertung sehr geschätzt. Auch der stabile gelbe Farbstoff wird (durch das Verbot chemischer Farbstoffe) von der Lebensmittelindustrie sehr gefragt. Die Eberesche ist dankbar für tiefgründige Böden und kühle, raue Lagen. Sie stellt vor allem in obstbaulichen Grenzlagen eine konkurrenzlose Frucht mit hohem und regelmäßigem Ertrag und geringem Pflegeaufwand dar.
KLOSTERNEUBURG KLON IV
TITAN
SCHWARZER HOLUNDER (Sambucus nigra)
HASCHBERG
Die mit dem Pfirsich verwandte Essmandel liebt
einen sonnigen Standort. Dabei ist das Holz gar nicht so frostempfindlich,
aber sie blüht vor Marillen. Das macht sie als Bienenweide begehrt bzw.
bringt etwas südländisches Flair in den Garten.
Die Bodenansprüche des Mandelbaumes sind
gering, er verträgt Trockenheit gut, mag aber eine gewisse Tiefgründigkeit.
WEISSE KRACHMANDEL
FERRAGNES KEILMANDEL Anfang November gepflückt, sind die je nach Sorte 2 bis 7 cm großen, braungefärbten, kegelförmigen und behaarten Scheinfrüchte in der Regel noch steinhart und, da zu herb, völlig ungenießbar. Erst nach dem Einwirken von Frösten bzw. durch ein Nachreifen in dünner Schichte auf Stroh oder in Pfirsichplateaus werden sie essreif. Nach den Erweichen des Fruchtfleisches wird der Geschmack angenehm säuerlich - aromatisch. Liebhaber schätzen die rohe Frucht wegen ihres spezifischen Geschmacks. In der Tschechei und Italien gelten Mispeln als Marktfrucht. Mispeln sind reich an Invertzucker, Säuren und Pektinstoffen. Mit Butter, Wein und Zucker gedämpft, über dem offenen Feuer gebraten oder aufgekocht zu Püree, Kompott oder Konfitüre finden sie das Lob des Kenners. In der Steiermark werden heute noch Mispeln für die Marmeladeerzeugung und als Beimengung zu Tee (zwecks Geschmacksverbesserung) verwendet.
KORNELKIRSCHE Der Echte
oder Gelbe Hartriegel
Diese kirschähnliche Wildfrucht wird in der Volksmedizin seit langem genutzt, von Kennern schon immer sehr geschätzt und zu köstlichen Obstprodukten - Saft, Gelee, Marmelade, Likör, Brand und Fruchtriegel verarbeitet. Das äußerst genügsame und harte Gehölz - bei uns auch als `Dirndl` bekannt - bevorzugt kalkhaltige Lehmböden und ist sehr frosthart und trockenresistent. Folgende Sorten werden in unserem Betrieb erprobt und vermehrt:
SPEIERLING
- (Sorbus domestica)
Weil mit dem Speierling (Atlitzen, Schmerbirne) eine der schönsten und zugleich seltensten Baumarten in Westeuropa auszusterben droht, wurde er zum Baum des Jahres 1993 gewählt. Mittlerweile hat er wieder bei vielen Naturliebhabern und Schnapsbrennern Freunde gefunden. Im September/Oktober, sobald die ersten birnen- oder apfelförmigen, 2 bis 4 cm großen Früchte abfallen, erfolgt die Ernte. Im festen Zustand sind sie ungenießbar. Sie schmecken extrem sauer und adstringierend. Sobald das Fleisch weich wird, entwickelt sich ein mildes, süß-säuerliches Aroma. In zu rauem Klima bleibt der hohe Gerbstoffgehalt bzw. bitterherbe Geschmack dominierend. Reife Früchte dienen der Verbesserung von Obstwein, indem Speierlingsaft dem Apfel- oder Birnensaft zugesetzt wird. Aufgrund des hohen Gerbstoffgehaltes wirkt Speierlingsaft gärungslenkend und kann die Eiweißfällung beschleunigen. Klarheit, Haltbarkeit und Aroma von Obstweinen werden durch Zusatz von Speierlingsaft verbessert. Der hohe Gehalt an Gerbstoffen und Pektinen ließ die Früchte des Speierlings zum wertvollen Heilmittel bei Verdauungsstörungen (Durchfall) und Magenleiden werden. Aus Frankreich wurde unter der Bezeichnung `Sorbette` ein Speierlingsschnaps international bekannt. Der Speierling wird aber auch zu Obstweinen, Most, Essig und Gelees verarbeitet.
ELSBEERE
- (Sorbus torminalis)
Die „Adelsbeere“ oder „Ruhrbirn“, wie die Elsbeere auch genannt wird, bevorzugt nährstoffreiche, tiefgründige, kalkhältige Böden mit guter Durchlüftung, meidet aber schattige, feuchte Lagen. Im September/Oktober reifen die länglich eiförmigen 8 bis 15 mm großen Äpfelchen heran. Bis zu 10 am Fruchtstand haftend, färben diese sehr harten Früchte vorerst rötlich-gelb und werden bei Vollreife braun. Die sehr gerbstoffreichen Früchte wirken zu adstringierend (zusammenziehend), um frisch gereift verzehrt werden zu können. Erst durch Frosteinwirkung oder Liegenlassen an einem luftigen Ort werden sie verwertungsfähig. Sie schmecken unsaftig, sandig-mehlig, aber säuerlich-süß. Elsbeerbrand (wird im Elsass Aliziergeist genannt) bringt wie Kompotte, Gelees und Konfitüren ein typisches an Marzipan erinnerndes Aroma.
ARONIA
- Die schwarze Apfelbeere (Aronia melanocarpa)
Sie wird auch schwarze Eberesche oder Apfelbeere genannt und wegen ihrer medizinisch wertvollen Inhaltstoffe neben anderen Obstarten wie Sanddorn oder Kornelkirschen den Heilpflanzen unter den Obstarten zugeordnet. Der Anbau dieser Kulturen gilt als neuartig und aussichtsreiche Spezialisierung innerhalb des Obstbaus. Die Anforderungen an Klima und Boden sind bei der Aroniabeere gering. Sie ist vor allem auf Grund ihres stabilen und dunklen Farbstoffes und der besonderen Geschmacksnote für die industrielle Verarbeitung interessant. Folgende Sorten werden in unserem Betrieb zur Zeit erprobt und vermehrt: NERO RUBINA VIKING
wurde schon von Hildegard von Bingen mit einer breiten Palette von Heilkräften beschrieben und galt früher als „Brot der armen Leute“. Heute sind sie mehr Delikatesse als Grundnahrungsmittel und der Duft heißer Maroni ist von Weihnachtsmärkten nicht mehr wegzudenken. Voraussetzung für gutes Gedeihen und vollständiges Ausreifen der Früchte sind sommerwarmes und wintermildes Klima, kalkarme Böden in Lagen ohne Kaltluftstau. Bei uns haben sich die auf Grund der guten Baumgesundheit und der großen Früchte selektierten Sorten Marietta, Margit und Martina bewährt. Diese sind sich - was die Fruchtqualität betrifft - sehr ähnlich und befruchten sich gegenseitig. Eine neue selbstfruchtbare Sorte ist Marlene. Die Maroni, meist zwei pro Frucht, lösen sich noch am Baum aus der stacheligen Schale. Der Ertrag setzt sehr rasch ein und liegt ab etwa 10 Jahren bei 30 - 60 kg.
MARIETTA
MARGIT
MARTINA
MARLENE ist selbstfruchtbar und
großfrüchtig, spätreif, hat einen sehr guten Geschmack und lässt sich gut
schälen. Sie ist sehr ertragreich und bringt oft schon im
Pflanzjahr Früchte.
Man unterscheidet zwei Arten von Kiwis: Die großfrüchtig, bedingt winterharten Sorten wie wir sie vom Lebensmittelhandel kennen = Actinidia chinensis und die kleinfrüchtig, absolut winterharten Actinidia arguta Sorten.
Actinidia chinensis Hayward ist die klassische, sehr großfruchtige, walzenförmige Kiwi wie man sie vom Handel kennt. Sie benötigt geschützte Standorte, z.B. an einer Hausmauer mit Klettergerüst und unbedingt einen männlichen Befruchter.
KIWIGOLD® ist in Qualität und Ansprüchen mit Hayward vergleichbar, hat aber kein grünes, sondern goldgelbes Fruchtfleisch.
JENNY Jenny ist nicht so großfrüchtig wie Hayward und selbstfruchtbar. Aber auch Jenny bringt mit Befruchter höhere Erträge und einheitlichere Fruchtgrößen.
MATUA Matua ist eine männliche ´actinidia chinensis´ Sorte, welche auch für alle ´arguta´ Sorten als Befruchter möglich ist.
Actinidia arguta Issaj bringt 2,5 bis 3 cm große, glattschalige Früchte mit intensivem Kiwiaroma welche samt Schale zu essen sind. Issai ist sehr winterfrostfest und selbstfruchtbar. Ein männlicher Befruchter bringt höhere Erträge und größere Früchte.
SCHWARZE MAULBEERE (Morus nigra)
Sie braucht zu ihrem guten Gedeihen viel Wärme und Licht und liebt daher das Weinbauklima. Doch in geschützten Nischen milder Alpentäler lässt sich diese Art recht hoch ansiedeln. Fruchtbare, lockere Böden mit guter Nähstoffversorgung sagen der schwarzen Maulbeere am besten zu, stauende Nässe meidet sie. Bei den alten Griechen galt der Baum als Symbol der Klugheit, da er immer erst dann austreibt, wenn keine gefährdeten Fröste mehr drohen. Reife Beeren, dies zeigt sich durch Schwarzfärbung und Abfallen gesunder Früchte, können neben Rohgenuss zu erfrischenden Säften aufbereitet werden und dienten früher als beliebtes Hausmittel gegen Halsweh.
Die
WEISSE MAULBEERE (Morus alba)
hat die größere Verbreitung als die „Schwarze“, aber nicht wegen Ihrem Fruchtwert, sondern wegen ihrer Blätter, welche seit jeher zur Seidenraupenanzucht und als Viehfutter dienten. Das Aufkommen von Kunstfasern auf den Textilmärkten hat der Seidenraupenzucht - und damit der Anpflanzung des Weißen Maulbeerbaumes - die ehemals große wirtschaftliche Bedeutung genommen. Die Farbe der Beeren ist in der Regel milchweiß, doch existieren auch gelbliche, rötliche und dunkle Abarten der Weißen Maulbeere. Sie ist nur für Weinbaugegenden genügend frosthart und bevorzugt leichtere, sandige Böden. PAWPAW –Indianerbanane (Asimina triloba) Die Indianerbanane ist eine neue, interessante Obstart für Direktvermarkter und Hausgärten im Weinbauklima. Der frostharte und bezüglich Krankheiten robuste Laubbaum kann aufgrund seines schwachen Wuchses sehr leicht ähnlich einer Steinobstspindel erzogen werden. Die glöckchenförmigen purpur-violettfarbenen Blüten und das gelb gefärbte Laub im Herbst haben einen hohen Zierwert. Die essbaren, länglich-ovalen bis keulenförmigen Früchte, welche gelbgrün gefärbt sind und einen exotisch fruchtigen Geschmack aufweisen – fruchtiger als herkömmliche Bananen – reifen bei uns Ende September bis Mitte Oktober. SUNFLOWER, OVERLEESE und PRIMA ragen derzeit aus dem Sortiment der Indianerbananen hervor. Eine genauere Beschreibung finden Sie im Artikel von Hubert Siegler - Bayrische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim WALNÜSSE (Juglans regia)
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